K+S AG
Wachstum erleben – Eine Unternehmensgeschichte der K+S AG (1856–2006), Kassel 2006
Die Wurzeln der K+S-Gruppe reichen in die Mitte des 19. Jahrhunderts: 1856 fanden Staßfurter Bergarbeiter beim Abteufen eines Schachtes zur Salzgewinnung eine wichtige Kalilagerstätte. Die Entdeckung des Kalis, dessen Bedeutung für die Ernährung der Pflanze erst wenige Jahre zuvor von dem Chemiker Justus von Liebig weltweit bekannt gemacht worden war, löste einen wahren Boom aus.
Innerhalb weniger Jahre entstand in Staßfurt und Umgebung eine florierende, international agierende Kaliindustrie. Ging das Staßfurter Kali anfangs vor allem in die Industrie, so wuchs auch der Bedarf der Landwirtschaft von Jahr zu Jahr. Immer mehr Landwirte setzten neben Phosphat und Stickstoff (Guano) nun auch Kali als Düngemittel ein und steigerten auf diese Weise ihre Ernteerträge um ein Vielfaches. Die Mineraldüngung revolutionierte die Landwirtschaft und sicherte die Ernährung der rasant wachsenden Bevölkerung Mitteleuropas in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Die steigende Nachfrage schuf einen neuen Industriezweig, die ersten Mineraldüngerfabriken entstanden. Die 1862 eröffnete Kalifabrik von „Vorster & Grüneberg” in Staßfurt gehörte zu den Vorläuferunternehmen der heutigen K+S-Gruppe, die 1858 gegründete Düngemittelfabrik Chemische Fabrik Kalk in Köln (CFK) ist bis heute Teil von K+S. 1855 wurde in Hamburg die Firma „A. Ohlendorff & Co.” gegründet, die „Peru-Guano” importierte und veredelte. Dieser erste im größeren Maßstab eingesetzte natürliche Universaldünger enthielt Phosphat, Stickstoff und kleinere Mengen Kali. Das 1911 gebaute Krefelder Werk der Ohlendorff’schen Firma ist noch heute als COMPO-Standort eine Düngemittelproduktionsstätte in der K+S-Gruppe.
Die K+S-Gruppe gehört mit rund 11.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 2,6 Milliarden Euro heute zu den weltweit führenden Anbietern von Spezial- und Standarddüngemitteln sowie Pflanzenpflegeprodukten. Über ihr Tochterunternehmen esco ist K+S außerdem der führende Anbieter auf dem europäischen Salzmarkt. Moderne Entsorgungs- und Recyclingsysteme sowie Logistik-, IT-, Consulting- und Analytikdienstleistungen runden das Leistungsspektrum ab. Wesentlich für den wirtschaftlichen Erfolg ist neben der internationalen Wettbewerbsorientierung die enge Vernetzung der Geschäftsbereiche.
Schon dieser kurze Einblick zeigt: Das Band, das die Unternehmensgeschichte der K+S-Gruppe durchzieht und das die Arbeitsgebiete heute zu einer Einheit zusammenfügt, hat eine lange Tradition. Von Anfang an war die Kaliindustrie eng mit der Düngemittelindustrie verbunden. So treffen sich in der K+S-Geschichte zwei große Traditionslinien der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Als Düngemittel-Spezialist wie auch als Kaliproduzent verfolgt K+S weiterhin die Ziele, die schon die Anfänge des Unternehmens prägten: die Förderung des Pflanzenwachstums für die Ernährung der Weltbevölkerung. „Wachstum erleben” symbolisiert gleichzeitig Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Unternehmens.
In der spannenden und abwechslungsreichen Geschichte der K+S und ihrer Geschäftsbereiche verzahnen sich Produktions- und Produktgeschichte, Markt- und Verbraucherentwicklungen, Politik- und Wirtschaftsgeschichte. Viele verschlungene Wege führen aus der Vergangenheit in die Gegenwart und weiter in die Zukunft. In der Geschichte der K+S-Gruppe ist Wandel und Wachstum erlebbar.
Eine Kurzfassung der Firmengeschichte auf der K+S-Homepage
Das reich illustrierte Buch (352 Seiten) ist zum Preis von 39,00 Euro im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3-9809738-1-6).
Das pr-magazin (12/2008) hat von Wirtschaftsjournalisten die Unternehmensgeschichten von Dax-Konzernen unter die Lupe nehmen lassen:
Christoph Hardt vom Düsseldorfer Handelsblatt setzt das Buch über K+S auf Platz 1 seiner Bewertung: „Grasgrün, dick und aufwendig kommt die Geschichte der K+S-Gruppe daher. Lange Jahre galt die einstige Kali und Salz als der große Langeweiler unter Deutschlands Unternehmen. Das Buch zeigt, dass das schon vor dem Einzug in den Dax ein Vorurteil war.”
Rainer Hank von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung setzt die K+S-Geschichte auf Platz 2 (hinter BMW und vor VW) und lobt: „Die Geschichte ist interessant aufbereitet, ansprechend präsentiert und bestens analysiert. Spannend zu lesen ist die parallele Entwicklung der Kaliindustrie in der DDR und der Bundesrepublik. Fazit: ein Überraschungserfolg.”
Willy Theobald von der FTD lobt, wie die K+S „ein sperriges Thema wie Düngemittel lustvoll abhandelt.”
Professor Günther Bentele vom Lehrstuhl für Öffentlichkeitsarbeit/PR an der Universität Leipzig lobt die K+S-Geschichte als „sehr überzeugend”: „eine gut gemachte und informative Unternehmensgeschichte mit soliden gesellschaftlichen Bezügen”.
Und das schreiben die Leser:
„mit großem Interesse habe ich in dem interessanten Buch über die K+S-Gruppe und deren spannende Geschichte gelesen. Die Publikation ist sehr informativ und lebendig gestaltet. Herzlichen Glückwunsch dazu.”
„Schon der erste Eindruck ist aufregend und macht neugierig. Das Blättern und Lesen entwickeln bei den zahlreichen Bilddokumenten Spaß und Freude, der Wissensdurst wird gestillt – die langwierigen Recherchen … kann man nur in Umrissen erahnen. Dieses Werk ist wirklich ein Meilenstein in der Darstellung einer Unternehmensgeschichte, den Autoren und Auftraggebern der Festschrift kann man nur Lob und Anerkennung übermitteln.”
„Die inhaltliche wie auch bildliche Darstellung ist sehr gelungen. Eine hervorragende, lesenswerte Erfolgsstory der deutschen Kaliindustrie … habe die Lektüre des Buches sehr genossen.”
„gelungene Darstellung des Entwicklungsprozesses … sehr interessant, anschaulich und informativ geschrieben”
„sehr eindrucksvoll”
„ein imposantes Werk”
„Das Buch ist eine sehr gelungene, informative und exzellent illustrierte Darstellung des Kalibergbaus in Deutschland.”
„… eine phantastische Zeitreise und spannend zu lesen”
„eine beeindruckende Dokumentation”
„eine gute Visitenkarte des Unternehmens”
„Die ‚Chronik’ ragt weit über den Anspruch der üblichen Schriften zu Firmenjubiläen heraus”
„a wonderful book”
„Mit diesem Beitrag kann man tatsächlich auf eine Zeitreise gehen und die 150 Jahre Wandel und Wachstum Ihres Unternehmens spannend erleben. Ich hatte viel Freude bei der Lektüre dieser gelungenen Unternehmensgeschichte …”
„optisch sehr gut gestaltet … macht neugierig auf 150 Jahre Wandel und Wachstum …”
„eine eindrucksvolle Darstellung der Geschichte Ihres Unternehmens, aber auch unserer Zeit”
„aufschlussreich und interessant”
„eindrucksvolle Dokumentation und spannend zu lesen”
„sehr gut gelungen”
„ … eine so geschlossene Darstellung der Kali- und Düngemittelindustrie und Ihres Unternehmens wie diese hat es bisher nicht gegeben. Es ist dankenswert, dass Sie diese 150 Jahre von kompetenten Fachleuten haben darstellen lassen.”
Aus dem Inhalt
Kapitel 1: Das Salz der Erde. Gründerjahre der Kali- und Düngemittelindustrie (1855–1888)
Die Wurzeln der K+S Gruppe reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals entstanden in Deutschland die ersten Düngemittelfabriken, die vor allem Phosphat und Superphosphat herstellten. Zu dieser Zeit propagierte Justus von Liebig bereits den Einsatz von Kalidünger. Doch erst durch die Entdeckung von Kalisalzen in Staßfurt 1855 und den Bau der ersten Kalibergwerke der Welt war Kali in großen Mengen verfügbar. Bald darauf setzten Landwirte das Kali als wirksamen Mineraldünger ein, der zusammen mit Phosphat und Stickstoff die Ernteerträge erheblich steigerte. Die steigende Nachfrage nach diesen Pflanzennährstoffen führte zu einem Boom in der deutschen Kali- und Düngemittelindustrie. In den 1880er Jahren setzte sich die Mineraldüngung endgültig durch und revolutionierte die Landwirtschaft.
Kapitel 2: Wege des Wachstums. Der Aufstieg der deutschen Kali- und Düngemittelindustrie (1888–1914)
Der weltweite Erfolg des Kalidüngers aus Deutschland führte gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur Erschließung neuer Kalireviere und zur Gründung einer Vielzahl von Kaliwerken. Mit Unternehmen wie Wintershall, Salzdetfurth und Burbach an der Spitze stieg die deutsche Kaliindustrie zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig auf. Die Kali- und Düngemittelindustrie entwickelte immer wirksamere Mineraldünger und Düngemittelkombinationen und trug maßgeblich zum schnellen Wachstum der deutschen Landwirtschaft um 1900 bei. Kali war aus der deutschen Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken und hatte sich zum Exportschlager entwickelt. Noch vor dem Ersten Weltkrieg entstanden die ersten Konzerne, die die Geschichte der Kaliindustrie im 20. Jahrhundert prägten.
Kapitel 3: Kriege, Krisen, Konkurrenzen. Monopolverlust und Konzentrationsprozesse (1914–1945)
Die drei Jahrzehnte zwischen 1914 und 1945 waren von Kriegen, Wirtschaftskrisen und Diktatur geprägt. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Deutschland mit dem Elsass 1919 auch das Kalimonopol. In der Weimarer Republik kam es zu einer verstärkten Konzernbildung bei den deutschen Kaliwerken. Die Unternehmen erhöhten in den 1920er und 1930er Jahren durch einschneidende Modernisierungsmaßnahmen ihre Produktivität. Gleichzeitig wuchs der staatliche Einfluss auf die Kaliindustrie, die nach 1933 ein Teil der staatlich gelenkten NS-Wirtschaft wurde. Die Kali- und Düngemittelindustrie hatte eine wichtige Funktion in der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft.
Kapitel 4: Getrennte Wege. Die Kali- und Düngemittelindustrie im geteilten Deutschland (1945–1968)
Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die deutsche Kali- und Düngemittelindustrie in West- und Ostdeutschland getrennte Wege gehen. Ehemals zusammenhängende Unternehmen waren nun geteilt und mussten in unterschiedlichen Gesellschaftssystemen neu beginnen. In Ost und West wurden stillgelegte Werke wieder in Betrieb genommen. Gleichzeitig verstärkte sich der internationale Wettbewerb. Vor allem in der Sowjetunion und in Kanada entstanden in den 1950er und 1960er Jahren mächtige neue Kali-Konkurrenten. Überkapazitäten waren die Folge. Die westdeutsche Kaliindustrie zog die Konsequenzen, rationalisierte und konzentrierte Kapazitäten.
Kapitel 5: Zusammenschlüsse und Herausforderungen. Unterschiedliche Entwicklungen in West und Ost (1968–1989)
Die Entwicklung der deutschen Kaliindustrie in den 1970er Jahren war von zwei wichtigen Zusammenschlüssen geprägt: Um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, schlossen die Salzdetfurth AG und die Wintershall AG ihre Kali- und Steinsalzaktivitäten in der neu gegründeten „Kali und Salz AG” zusammen unter dem Dach der BASF. Im Zuge der allgemeinen Kombinatsbildung konzentrierte die DDR ihre Kaliindustrie im „VEB Kombinat Kali”. In den 1970er Jahre setzten sich in der Kaliindustrie in beiden Teilen Deutschlands moderne Abbau- und Verarbeitungsverfahren durch. Im Westen waren Rationalisierungen und Standortstilllegungen notwendig, um die Konkurrenzfähigkeit zu sichern, während die DDR ihre Kapazitäten ausbaute, um die Exporte zu steigern. In den 1980er Jahren gab es eine erste Annäherung zwischen der ost- und westdeutschen Kaliindustrie.
Kapitel 6: Zusammen Wachsen. Die Wiedervereinigung der deutschen Kaliindustrie (1989–1997)
Mit der Maueröffnung am 9. November 1989 begann eine neue Ära der deutschen Geschichte. Die Wiedervereinigung bot der deutschen Kaliindustrie die einmalige Chance, gemeinsam eine neue Startposition im internationalen Wettbewerb einzunehmen. Ost- und westdeutsche Kaliindustrie entwickelten zusammen mit der Treuhandanstalt ein zukunftsweisendes Konzept, um unter gemeinsamer Führung und Nutzung der besten deutschen Lagerstätten auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein. Dieses Konzept der „wirtschaftlichen und sozialen Vernunft” fand auch breite Zustimmung bei Gewerkschaft sowie Politik. Im Zuge der Privatisierung der ostdeutschen Kaliindustrie vereinigten „Mitteldeutsche Kali AG” und „Kali und Salz AG” ihre Kali- und Steinsalzaktivitäten in der „Kali und Salz GmbH”. Bis 1997 investierte das neue Unternehmen mehr als eine Milliarde Mark vor allem in die Modernisierung der ostdeutschen Kaliwerke. So sind 7.500 Arbeitsplätze in Ost- und Westdeutschland gesichert worden, davon gut 3.000 in den neuen Bundesländern. Die Kalifusion wurde eine der erfolgreichsten Privatisierungen der Treuhandanstalt.
Kapitel 7: Wachstum erleben. Das neue Gesicht der K+S-Gruppe (1997–2005)
Gesundes und nachhaltiges Wachstum zum Nutzen von Anteilseignern, Kunden und Mitarbeitern ist das Ziel der heutigen K+S Gruppe. Mit eng miteinander vernetzten Geschäftsbereichen, innovativen Produkten und modernen Dienstleistungen hat sich K+S zu einem wachstumsorientierten Anbieter von Spezial- und Standarddüngemitteln, Pflanzenpflege- und Salzprodukten weiterentwickelt. Mit der Übernahme der COMPO, der Gründung der fertiva sowie der esco hat K+S ihr Portfolio spürbar gestärkt und erweitert. Heute ist K+S mit 11.000 Mitarbeitern ein international ausgerichtetes Unternehmen, das in allen Arbeitsgebieten führende Positionen in wachsenden Märkten einnimmt. Gesundes und nachhaltiges Wachstum ist Unternehmensziel und Anspruch zugleich.
Aus dem Inhalt
Zurück zu:
english