Klöckner & Co
Milestones. 100 Jahre Klöckner & Co (1906–2006), Duisburg
Am 28. Juni 1906 gründete der Kaufmann Peter Klöckner in Duisburg die Handelsgesellschaft „Klöckner & Co”. Das Unternehmen entwickelte sich schnell zu einer der größten deutschen Stahlhandlungen mit zahlreichen Niederlassungen und einem breiten Warensortiment. Der Handel förderte die industriellen Unternehmungen Peter Klöckners und bildete das Herzstück seines aus Hütten, Werken und Fabriken bestehenden Industrie-Imperiums.
Heute ist Klöckner & Co der größte produzentenunabhängige Stahl- und Metalldistributeur in Europa und Nordamerika. Das seit 2006 börsennotierte Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2007 einen Umsatz von rund 6,3 Mrd. €, ist weltweit in 15 Ländern mit über 260 Standorten vertreten und beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter.
Aus dem Buch:
Die Tradition des Erfolgs
„Seit seiner Eintragung ins Handelsregister am 28. Juni 1906 gehört das in Duisburg ansässige Unternehmen zu den führenden deutschen Stahl- und Metallhändlern. Sein Gründer, der Kaufmann Peter Klöckner, besaß damals bereits ein beeindruckendes Montanimperium, aus dem später die Klöckner-Werke AG und die Klöckner Humboldt Deutz AG hervorgehen sollten. Klöckner & Co bildete das Herzstück dieses Konzerns, handelte jedoch von Anfang an auch als eigenständiger Stahl- und Metallhändler.
Die Stärke von Klöckner & Co war immer die Nähe zum Kunden. Bereits im Gründungsjahr 1906 entstanden die ersten Niederlassungen in Köln und Düsseldorf. In den nächsten Jahren folgten weitere Gründungen, sodass Klöckner & Co schon bald über ein Netz von Niederlassungen in ganz Deutschland verfügte. In den 1920er- und 1930er-Jahren gründete das Handelshaus erste Dependancen in Europa, Süd- und Nordamerika und baute eine eigene Auslandsabteilung auf. Erste Schritte zu einer Internationalisierung, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zum Aufbau eines internationalen Handelsnetzes führte.
Nach dem Tod Peter Klöckners 1940 führten seine Erben, die Familie Henle, das Unternehmen. Unter ihrer Leitung entwickelte sich Klöckner & Co nach der rechtlichen Trennung von der Klöckner-Werke AG und der Klöckner Humboldt Deutz AG in den 1950er-Jahren zu einem stark diversifizierten Handelshaus, wobei der Stahl- und Metallhandel das Kerngeschäft blieb. Nach dem Boom der Wirtschaftswunderjahre, als Klöckner & Co zu einem der größten Handelshäuser Europas aufstieg, blieb der Handelskonzern auch in den folgenden Krisenjahren der Weltwirtschaft im Allgemeinen und der Stahlindustrie im Besonderen auf Wachstumskurs. Dazu trugen nicht nur die Vielfalt des Sortiments und die Internationalität seiner Handelstätigkeit, sondern auch die Flexibilität im Stahlhandelsbereich bei. Seit Ende der 1960er-Jahre baute das Unternehmen den lagerhaltenden Stahlhandel gezielt aus und richtete in den 1970er-Jahren die ersten Steel-Service-Center ein. Die Orientierung an den Kundenwünschen und die Partnerschaft mit den Lieferanten wurden zum obersten Prinzip.
Ende der 1980er-Jahre geriet Klöckner & Co durch Fehlspekulationen in eine existenzbedrohende Krise. Im Zuge der Rettungsmaßnahmen ging das Traditionsunternehmen in den Besitz der VIAG AG über, blieb aber eigenständig. Unter neuer Führung entwickelte sich Klöckner & Co in den 1990er-Jahren zu einem modernen internationalen Distributionsspezialisten, der in Bereichen wie Stahl, PC-Produkte, Chemie, Textilien und Mobile Bauten tätig war. Im Bereich Stahl baute Klöckner & Co in diesen Jahren seine internationale Präsenz erheblich aus. Seit 1998 konzentriert sich das Unternehmen wieder auf sein traditionelles Kerngeschäft, den Stahl- und Metallhandel, und entwickelte sich zu einem modernen multi metal distributor.
Heute ist Klöckner & Co gemessen am Umsatz der größte produzentenunabhängige Stahl- und Metalldistributor im Gesamtmarkt Europa und Nordamerika. Seit Ende 2004 im Besitz von Lindsay Goldberg & Bessemer, ging das traditionsreiche Unternehmen auf den Tag genau 100 Jahre nach seiner Gründung an die Börse. Lindsay Goldberg & Bessemer hält weiterhin die Mehrheit an den Aktien, um die Entwicklung des Konzerns auch in Zukunft zu fördern. Der Börsengang setzte ein deutliches Zeichen: In Zeiten der beschleunigten Konsolidierung der Stahl- und Stahlhandelsbranche will Klöckner & Co seine führende Position als internationaler Distributionskonzern weiter ausbauen und knüpft damit an die 100-jährige Erfolgsgeschichte an.”
Die Firmengeschichte auf der Klöckner-Homepage
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