Bundesverband der Innungskrankenkassen
Johannes U. Müller: Gesunde Solidarität, solidarische Gesundheit. Die Innungskrankenkassen gestern und heute. IKK Bundesverband, Bergisch Gladbach 2007
Die Innungskrankenkassen blicken auf eine stolze und lange Tradition zurück: Vor fast 125 Jahren wurden sie im Zuge der Bismarck’schen Sozialgesetzgebung zu Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung im Handwerk. Die Idee der „Solidarität im Handwerk” zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
Das Geschichtsbüro hat die Geschichte der Innungskrankenkassen und ihres Bundesverbandes von den mittelalterlichen Traditionen in den genossenschaftlichen Handwerkervereinigungen bis zur jüngsten Gesundheitsreform der Großen Koalition im Jahre 2007 ausführlich beschrieben. Diese Gesundheitsreform ersetzt u. a. die ehemaligen Dachverbände durch einen neuen „Spitzenverband Bund”. So steht am Ende dieser Geschichte kein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft, sondern das „Ende der gegliederten Krankenversicherung”.
Aus dem Vorwort:
Die Innungskrankenkassen können auf eine stolze und lange Tradition zurückblicken: Vor fast 125 Jahren wurden im Zuge der Bismarck’schen Sozialgesetzgebung die Innungskrankenkassen zu Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung im Handwerk. Die Wurzeln der Innungskrankenkassen lassen sich jedoch bis ins Mittelalter zurückführen: Die „Krankenladen” und Krankenkassen der Innungen und Zünfte bilden die Vorläufer der heutigen Innungskrankenkassen. Die Idee der Innungskrankenkasse ist aus der gemeinsamen Verantwortung der Meister und Gesellen für erkrankte Beschäftigte entstanden: Die Idee der „Solidarität im Handwerk” zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Innungskrankenkassen. Die solidarische Vorsorge der Beschäftigten im Handwerk blieb jedoch nicht auf das Handwerk beschränkt; sie machte überall Schule. So stand sie Pate für die Krankenversicherung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in anderen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft und bildet auch heute noch ein wesentliches Merkmal des selbstverwalteten deutschen Sozialversicherungssystems und damit einen Grundpfeiler unserer sozialstaatlichen Ordnung, der sich inzwischen weit über 90 Prozent der Bevölkerung anvertrauen.
Die Geschichte der Innungskrankenkassen zeigt, dass sich die Krankenversicherung im Laufe der Zeit den Erfordernissen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung angepasst hat. War sie zunächst nur auf einen bestimmten Personenkreis beschränkt, wurden im Laufe der Zeit immer weitere Personengruppen einbezogen. Auch das Leistungsspektrum hat sich entsprechend der medizinischen Entwicklung und den gesellschaftlichen Erfordernissen und wirtschaftlichen Möglichkeiten weiterentwickelt. Die Grundprinzipien der sozialen Krankenversicherung – die solidarische Absicherung von Risiken, die den Einzelnen überfordern und die Selbstverwaltung – haben sich dabei auch im internationalen Vergleich erfolgreich bewährt und sind heute feste Bestandteile der Gesellschafts- und Sozialkultur unseres Staates, die es zu erhalten und weiterzuentwickeln gilt. Wir freuen uns, mit der Geschichte der Innungskrankenkassen ein Werk vorlegen zu können, das den ordnungspolitischen Weg deutscher Sozial- und Gesundheitspolitik von ihren Ursprüngen im Mittelalter bis in die jüngste gesamtdeutsche Gegenwart in besonderer Weise eindrucksvoll belegt: „Gesundheit und Solidarität im Handwerk” – ein Erfolgsmodell gestern, heute und morgen.
Rolf Wille, Vorsitzender des Verwaltungsrates des IKK-Bundesverbandes (Arbeitgebervertreter)
Hans-Jürgen Müller, Vorsitzender des Verwaltungsrates des IKK-Bundesverbandes (Arbeitnehmervertreter)
Das Buch (Umfang: 200 Seiten) kann über den Buchhandel zum Preis von 19,80 Euro bezogen werden (ISBN: 978-3-00-022627-4).
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